Griechenland verkauft Akropolis

Athen (dspa) – In den jüngsten Verhandlungen legten die Finanzminister der Eurozone der griechischen Regierung neue Sparpläne vor. Diese sehen auch umfangreiche Privatisierungsmaßnahmen vor. Unter Anderem soll die griechische Regierung verschiedene Kunstschätze und Kulturstätten privatisieren. „Die Instandhaltung von Kulturstätten wie der Akropolis verschlingt laufend enorme Summen. Wir sind bereit Griechenland diese Last abzunehmen“, so Bundesfinanzminister Schäuble. Auch der Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem begrüßt die Privatisierungspläne: „Wir sind froh, dass Griechenland endlich bereit ist, seine Hausaufgaben zu machen.“

Laut dem Sprecher der griechischen Regierung, Pantelis Kapsis, sind bereits heute über 100 Kaufangebote allein für die Akropolis als prestigeträchtigstes Objekt eingegangen, darunter Angebote von deutschen Investoren. Auch die Bertelsmann-Stiftung habe ein großzügiges Angebot abgegeben. „Natürlich muss die Akropolis nach dem Kauf abgebaut und nach Deutschland transportiert werden“, so der Sprecher der Bertelsmann-Stiftung. Auf diese Weise könne die Kulturstätte den deutschen Tourismus ankurbeln und hier für Wirtschaftswachstum sorgen. „Wenn wir Griechenland schon durch Investitionen helfen, wollen wir wenigstens auch an den Gewinnen beteiligt werden“, kommentierte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums. Unter der Bedingung, dass die Akropolis nach Deutschland verlegt werde, könne die deutsche Regierung sich vorstellen, die Bertelsmann-Stiftung bei ihrem Kauf  zu subventionieren, schließlich unterstütze dieser das deutsche Wirtschaftswachstum.

Als mögliche neue Standorte der Akropolis in Deutschland werden Paderborn, Bielefeld und Bottrop gehandelt, da es bisher kaum Gründe gebe, diese Städte zu besuchen und sich das ändern müsse, so die Tourismusabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums.

Auch der Vatikan habe ein Kaufangebot eingereicht, allerdings sei dies bereits durch die griechische Regierung zurück gewiesen worden. Diese dementierte Diskriminierungsvorwürfe aus dem Vatikan: „Wir würden dem Vatikanstaat die Akropolis zwar eher gönnen als Deutschland, aber Angebote unter 100 Euro werden nicht geprüft, egal wer sie abgibt“. Immobilienkenner Tebartz-van Elst vermutete, dass das Angebot des Vatikans so gering ausgefallen sei, weil die katholische Kirche Immobilien grundsätzlich keinen hohen Wert beimesse. Beispielsweise hatte die katholische Kirche bei ihrer Transparenzoffensive den Wert des Kölner Doms mit 1 Euro beziffert.

Auch dem Sprecher der griechischen Regierung, Pantelis Kapsis, sind diese Zusammenhänge bekannt: „Wir bedauern, dass der Kölner Dom nicht auch zum Verkauf steht, aber leider hat Deutschland seine Schulden bei seriöseren Gläubigern als wir und der Vatikanstaat hat es geschafft, Mildtätigkeit zu predigen und zu bekommen ohne selbst etwas von den Milliarden abzugeben.“

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